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Werkzeuge für die Zukunft

Updated: Mar 5



Das Tempo bei der Entwicklung neuer Technologien steigt. Das bringt uns an die Schwelle einer neuen grünen Revolution. Und das ist gut so**.




Der Fortschritt ist in Verruf geraten. Viele haben den Glauben verloren, dass technologische Innovationen die Triebkraft für kulturelle, soziale und wirtschaftliche Veränderungen sein können. Warum ist das so? Vielleicht liegt es einfach daran, dass wir schlecht in Mathe sind. Bevor Sie jetzt eine Augenbraue hochziehen oder die Stirn runzeln, lassen Sie mich erklären, wie ich das meine. Und keine Sorge, es wird kein Mathe-Marathon.


Um zu verstehen, wie radikale technologische Veränderungen vor sich gehen, müssen wir uns von unserer gewohnten linearen Denkweise lösen und beginnen, exponentiell zu denken. Leider ist unser Gehirn dafür nicht ausgelegt. Wir denken linear; eins kommt nach dem anderen. Wenn wir versuchen, exponentielles Wachstum zu begreifen, kommen wir schnell an Grenzen.

Ein gutes Beispiel dafür ist das bekannte Weizen-und-Schachbrett-Problem. Die Geschichte geht so: Ein weiser Mann erschuf ein Schachbrett und präsentierte es seinem König. Als Dank dafür bat er den König, ihm Weizenkörner zu geben. Für das erste Feld auf dem Schachbrett wollte er nur ein Korn, für das zweite Feld zwei, für das dritte vier und so weiter. Auf jedes Feld sollten doppelt so viele Körner wie auf das vorherige. Eine bescheidene Bitte, würden man denken. Doch nach den Regeln der Mathematik ist klar, dass die Anzahl der Weizenkörner schnell astronomisch wird.

Tatsächlich wäre die Menge an Weizen, die auf dem letzten Feld des Schachbretts liegen würde, größer als die gesamte Weizenproduktion der Welt. Dieses Problem illustriert perfekt, wie schwer es ist, exponentielles Wachstum zu begreifen.


Kein Mythos: Technologischer Fortschritt


Um zu erkennen, was technologischer Fortschritt in der jüngeren Vergangenheit möglich machte, ist aber genau dieses mathematische Wissen notwendig. Ein großartiges Beispiel dafür ist das Moore’sche Gesetz, benannt nach Gordon Moore, einem der Mitbegründer von Intel. 1965 stellte er die Hypothese auf, dass sich die Anzahl der Transistoren auf einem Mikrochip etwa alle zwei Jahre verdoppeln werde – und damit auch die Rechenleistung.

Der Ingenieur Moore hatte recht, es gab in dieser Technologie tatsächlich exponentielles Wachstum. Die ersten Computer der 1940er-Jahre waren riesig, sehr teuer und hatten nur einen Bruchteil der Rechenleistung, die heute ein kleines Smartphone bietet. Mikrochips sind mittlerweile so klein, dass sie in unsere Taschen passen, und dennoch tausende Male leistungsfähiger als die ersten Computer.


Exponentielles technologisches Wachstum ist keine abstrakte Idee, sondern eine reale Entwicklung, die unsere Welt grundlegend verändert.


Ein weiteres Beispiel für disruptives anstelle von linearem Wachstum ist der Rückgang des Aufwands für zwei wichtige Technologien – die Solarenergie und die DNA-Sequenzierung. Seit 2010 sind die Kosten für Photovoltaik um mehr als 80 Prozent gefallen. Das ermöglichte viel mehr Menschen den Zugang zu erneuerbarer Energie und reduzierte den Einsatz fossiler Brennstoffe. Diese exponentielle Kostensenkung hat dazu geführt, dass die Sonne in vielen Teilen der Welt mittlerweile zu den günstigsten Energiequellen gehört.

Auch die Kosten der DNA-Sequenzierung sind seit der Einführung der Technologie exponentiell gefallen. Im Jahr 2001 verschlang die Sequenzierung eines menschlichen Genoms noch etwa 100 Millionen US-Dollar. Bis 2015 sank der Preis auf weniger als 4.000 US-Dollar, und heute liegt er bei nur noch 200 US-Dollar. Das ist ein Rückgang um mehr als 99 Prozent in weniger als zwei Jahrzehnten.

Dieser Kostenschwund ermöglicht es, immer mehr genetische Informationen zu entschlüsseln und das Verständnis für Krankheiten, Therapien und personalisierte Medizin zu revolutionieren. Exponentielles technologisches Wachstum ist also keine abstrakte Idee, sondern eine reale Entwicklung, die unsere Welt grundlegend verändert. Es liegt an uns, dieses Potenzial zu erkennen und für eine bessere Zukunft zu nutzen.


Exponentielles Wachstum


Der Klimawandel gehört zu den wichtigsten und komplexesten Herausforderungen, mit denen die Menschheit konfrontiert ist. Der Kampf dagegen verlangt nach mutigen, innovativen Lösungen, und hier kommen die Regeln von disruptivem Technologiewachstum ins Spiel. Wir befinden uns an der Schwelle einer Revolution, welche die Art und Weise, wie wir Energie erzeugen und verbrauchen, grundlegend verändern könnte. Dies ist keine ferne Zukunftsvision, sondern ein Prozess, der bereits in vollem Gange ist.


Mit den stetig sinkenden Kosten für Solarenergie und Batteriespeicher wurden traditionelle fossile Energiequellen in vielen Teilen der Welt bereits verdrängt. Die Bedeutung dieser Entwicklung für den Klimawandel kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Neue Technologien haben das Potenzial, die CO²-Emissionen erheblich zu reduzieren.

Eine zentrale Rolle spielt auch hier das Konzept des disruptiven Wachstums. Im Gegensatz zu linearen Modellen, die eine gleichmäßige Zunahme der Akzeptanz voraussetzen, ist die Akzeptanzrate für diese Technologien tatsächlich exponentiell.

Die Geschwindigkeit, mit der sich diese Innovationen durchsetzen, steigt also nicht gleichmäßig an, sondern sie vervielfacht sich. Das ermöglicht es, bestehende Anlagen schnell zu ersetzen und neue Lösungen für Probleme zu finden, die bisher als unlösbar galten. Exponentielles technologisches Wachstum ist ein sehr guter Grund, den Glauben an den Fortschritt nicht zu verlieren. Wir haben gute Werkzeuge, um die wichtigen Herausforderungen wie den Klimawandel zu meistern. Wir müssen nur den Mut aufbringen, diese Werkzeuge radikal zu nutzen.


Conclusio:


Die technologische Entwicklung schreitet schneller voran, als wir erfassen können. So sind die Kosten für Solarenergie in den vergangenen Jahren um 80 Prozent gefallen, jene für eine DNA-Sequenzierung gar um 99 Prozent. Wenn wir diese und vergleichbare Errungenschaften mutig und radikal einsetzen, können wir die größten Herausforderungen der Menschheit meistern.



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